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Unser Reisetagebuch
Wir, sind mein Schwager Martin, meine Zwillingsschwester Sissy und ich, waren 3 Wochen mit dem Motorrad in
Nord-Vietnam unterwegs. Beste Reisezeit sollte November sein, jedoch hat uns auch öfter Regen und nasses Wetter begleitet. Dennoch ein wunderbares Reiseland, tolle Kultur und herrliche Landschaft und unheimlich viele Menschen.
Tag 1
Ankunft in Hanoi
Hotel: Sunline Central Hotel
Kosten: pro PAX inkl.Frühstück 40€
Wir sind von Wien über Peking nach Hanoi gefolgen. Der Flug dauert je nach Zwischenstopp mindestens 13h (8300km) und die Zeitverschiebung sind 6h nach vorne. Wien 12h Hanoi 18h. Für die Einreise benötigt man ein Visum, das mit Glück online zu beantragen ist. In Hanoi angekommen empfiehlt es sich vietnamesische Dong und eine SIM Karte am Flughafen zu besorgen. 10 € sind circa 270.000 VD. Sonst kann man auch überall mit einer kleinen Gebühr an Bank-Automaten abheben. aber einwenig Bargeld ist immer gut, da auch die meisten streetfood Restaurant bar zu zahlen sind.
Um sicher zu gehen haben wir das einzige Hotel in Hanoi im Voraus gebucht. Mitten im Zentrum saubere, europäischer Standard Zimmer mit Frühstück. Rundherum viele Spa´s, shopping Möglichkeiten mit Outdoor Bekleidung für Europäer, fake Taschen, ONS Snikers und viele Streetfood Lokale mit Eggcoffé am Morgen und Poh am Abend. Die typisch vietnamesische Suppe mit Huhn, Reisnudeln und on top Koriander.
Am ersten Tag bestellten wir irgendwas von der Karte, da ja grundsätzlich auch englisch in Vietnam kaum von den locals gesprochen wird. Bekommen haben wir ein in Plastik verschweißtes trocken"pulled"chicken und dazu ein herrliches Mango Smoothie. Gleich am ersten Abend gönnten wir uns eine Stunde Massage um 9h. Alles etwas anders von der Hygiene als bei uns aber ohne weiteres passabel. Auch die Vietnamesen gönnen sich am Abend nach einem Arbeitstag eine Fußmassage oder eine Kopfwäsche, die liegend mit Massage stattfindet. Hier zur Rechten findet ihr unsere Route die wir bereits im Vorfeld definiert haben welche Ziele wir mit welchen Sehenswürdigkeiten anschauen wollen. Auch die Motorräder haben wir vorweg gebucht, was allerdings nicht unbedingt notwendig ist, da 80% der Vietnamesen auf Mopeds unterwegs sind und auch unsere nicht wesentlich besser waren.
Den ersten Tag haben wir in der Stadt bei Nieselregen erkundet. Die Altstadt mit engen Gassen teilweise kolonialer Architektur aus der französischen Zeit, der Rote Fluss mit beeindruckender Brücke, die Schildkröten Insel und den Ngoc- Son-Tempel (Pagode) im Hoan-Kiem See.
Weiters haben wir unterschiedliche Märkte besucht überall hängen gelb rote Fähnchen mit Hammer und Sichel über die Straße gespannt. Man kann ja kaum am Gehsteig gehen, da dort die Mopeds geparkt sind. Au der Straße kann man aber auch nicht gehen, da 100te Mopeds sich drängen und SUV´s hupen. Trotz allem löst sich der Verkehr immer ohne Blechschaden auf, die Menschen sind sehr umsichtig, immer höflich und das wenige das sie haben mit dem sind sie zufrieden. Es gibt keinen Kapitalismus wie bei uns es gibt auch keinen schimpfenden Leute, keine Aggression aber auch wir als Touristen sind ihnen egal scheint es. Man wird trotz unseres anderen Aussehens kaum beachtet. ich glaub wir sind ihnen egal und sie gehen einfach ihrem Alltag nach.
Tag 2
Fahrstrecke: Hanoi - Bac Son
Km: 155 km
Zeit: 2h24
Sights: Besuch im Green Village, Bac Giang Teeplantagen, Dong Lam Wiesen, Tien Nu Wasserfall
Um 8 Uhr haben wir unsere Motorräder abgeholt. Eine Woche kostet 230 €. Diese waren wie bestellt 2 Stück 190ccm und eine Honda 230 ccm. Gut zum Aufsteigen und fast zu niedrig. Das Gepäck haben wir auf den Rücksitz mit Expandern gepackt und los ging das Abenteuer. Zum Glück war da Warehouse mit den Mopeds bereits ein wenig ausserhalb von Zentrum Hanoi´s. Kein Fehler, da der Verkehr in der Stadt unpackbar ist.
Leider war es am Anfang immer noch regnerisch doch ausserhalb von Hanoi war es trocken. Die Fahrt auf der Autobahn ging Richtung Ba Giang.
Bei Thao Nyugen bogen wir links ab weg von der Hauptstraße. Erstmal sahen wir die typischen Kalkformationen der vietnamesischen Berge, die ja aussehen wir bewaldetet Zuckerhüte. Auf einer weite offenen Hochebene mit grünen Wiesen sind wir beim Motorradfahren Wildpferden und Wasserbüffel, die auf der Straße gehen, begegnet. Dazwischen wieder Reisfelder, kleine Dörfer mit Schulkindern in Uniform, die mit 10 Jahren bereits auf Roller-Mopeds fahren.
Die Straßen sind gut befahrbar und auch die Steigungen über die kleinen Pässe haben wir mit unseren Mopeds ohne Probleme geschafft.
Bevor wir in BAC SON angekommen sind haben wir unseren ersten Konfuzius Tempel besucht. Ein unglaublich beeindruckende Anlage vor der Kulisse der
Zuckerhutberge.
BAC SON ist ein langweiliges Straßendorf. Mit Mühe haben wir im einzigen offenen Lokal unsere ersten Schnecken mit Chilli, Reisbällchen mit Lachsersatz und wir glauben es war irgendetwas mit Schweinslunge zum Essen bekommen.
Geschlafen haben wir im einzigen Hotel 2 Zimmer kosteten 16€. Die Rezeptionisten hat gleich in der Rezeption geschlafen und war überseht mit Kinderspielsachen. Das dürfte hier so üblich sein ein typischer Familienbetrieb. Die Betten bockhart und anstelle eines Bettzeugs gab es eine Gucci Kuscheldecke.
Tag 3
Fahrtstrecke: Bac Son- Tra Linh
Km: 151km
Zeit: 2h07
Sights: Angle Eye Tal, That The
(Grenzgebiet China),Übernachtung am See
Unser Tag beginnt immer um 7 Uhr. Leider nieselt es und wir fahren in voller Regen-Montour los. Die Straßen sind gut, die Landschaft beeindruckend.
Mal fahren wir über kleine Pässe zwischen die Kalkhügeln hindurch und kommen sehr zügig voran.
Das Fahren macht uns großen Spaß und auch das Wetter wurde wieder besser und der Himmel blitzte immer wieder durch. An der Straße essen wir zum Frühstück unsere erste Phó mit Ente Reisnudeln und Koriander. Dies wurde ja dann auch unser Standardgericht.
Wir haben die chinesische Grenze erreicht und vom Berg Na Lay ein Panorama über das gesamte Tal nach China genossen.
Nach 150 km Fahrt machen wir noch einen Abstecher zum berühmten Angels Eye oder auch God´s eye genannt.
Auf einer off road Piste gehet es 1,5 km durch wassergefüllte Schlaglöcher. Wir waren bereits komplett angespritzt mit roter Erde und natürlich auch das Motorrad war komplett versaut.
Endlich dort angekommen waren vor uns schon einige Chinesen da. Wau ! Dieser Anblick ist auf jeden Fall ein echtes Highlight. Eine riesiges Karsttal mit einer kreisrunden Öffnung in einem Kalksteinfelsen, spektakulär inmitten von Reisfeldern und Wasserflächen.
Da alles matschig war, beließen wir es bei einer kleinen Wanderung und erreichten am frühen Abend unsere Ecolodge. Dort haben wir noch eine der berühmten Tropfsteinhöhlen mit unglaublichen Stalagmiten und Stalagtiten bewundert. Als einzige Gäste wurde uns Chicken fried rice und Wasserspinat gereicht.
Die Betten war wie immer steinhart aber diesmal mit Bettzeug. Egal alles Gewohnheit und müde waren wir sowieso.
Tag 4
Fahrstrecke: Tia Linh- Cao Bang
Km: 146 km
Zeit: 1h50
Sights: Offroad Passagen, Ban Gioc Wasserfall, Grenze zu China, Dorf Phuc Sen (Messerschmiede)
Der Tag beginnt mit einem Frühstück in Tra Linh. Nachdem die Vietnamesen sobald man aus der Stadt raus ist kaum bis gar kein englisch verstehen, muss man sich mit dem Google translator helfen. Nicht einmal „hot coffee“ verstehen sie. Zum ersten Mal treffen wir 2 australische Touristen die ihre Erfahrungen mit uns teilten.
Die Weiterfahrt ging zum BAN GIOC Wasserfall. Wahrhaftige ein spektakulärer Wasserfall an der chinesischen Grenze. Über 30 m hoch und 300 m breit mit mehreren Kaskaden. Die Grenze zu China verläuft mitten im Fluss, von beiden Seiten kommen viele Touristenboote um diese Spektakel zu sehen.
Was uns aber noch mehr beeindruckt hatte war die gegenüberliegende Tempelanlage. Ein absolutes Muss mit fantastischer Aussicht ins Ban Gioc Tal
Das Wetter war stabil aber auf der Straße waren einige Vermurungen mit roter Erde. Immer wieder begegnen wir Bauern mit Wasserbüffel auf der Straße. Kurz stehen geblieben sind wir auch bei einem Rindermarkt mit hunderten Büffeln zum Verkauf. Wir haben auch mehr oder weniger zufällig das Phuc Sen Dorf gesehen und sind bei einer Schmiede stehen geblieben wo gerade ein Messer geschmiedet wurde.
Die Stadt CAO BANG wirkte etwas chaotisch und wir sind wie jeden Abend auf Erkundung nach gutem Essen gewesen. Diesmal gab es unsere erste Garküche. Chinesische Nudeln mit Chicken und Koriander in der Suppe.
Tag 5
Fahrtstrecke: Cao Bang - Bao Lac
Km: 103 Km
Zeit: 1h54
Sights: Na The Pass, Khan Coco Tra Pass
Abfahrt wie immer um 8h30 nach dem Frühstück, damit wir am frühen Nachmittag bereits am Ziel sind. Das Wetter war gut und sie Straßen schmal aber flott zum fahren. Wieder waren einige Muren zu umfahren, da das Wetter die Wochen zuvor wirklich schlecht war.
Immer wieder haben wir am Weg riesige Schmetterlinge gesehen. Der schwarzen Schwalbenschwanz (Papilio Memnon) war auch dabei. Schließlich sind wir auf den bekannten NA THEN PASS gefahren und wurden von einer Gruppe Chinesen mit Harleys überholt.
Steile Serpentinen mit Blick auf tiefe Täler, dies ist der berühmte Schlangenpass. Viele enge Kehren die sich durch die schroffen Karstberge winden. Eine der schönsten Motorradstrecken in Vietnam mit wenig Verkehr.
Selbstverständlich sind wir zum look out point 300hm und gefühlte 300 Stufen gelaufen. Die Aussicht ist die einzige auf die kurvenreiche Straße. Eine breite frisch asphaltierte Straße mit spannenden Haarnadelkurven. Wir sind an dem Tag sicherlich 5 Pässe gefahren, sicherlich 300 Kurven und es ist bisher alles gut gegangen mit den Bikes.
BAO LAC ist eine große Stadt. Täglich um circa 15Uhr buchen wir über booking ein Hotel in der Stadt, die wir meist geplant und erreichen werden. Diesmal war es das Max Hotel mit herrlicher Dusche und jeder hatte sein Zimmer. Eine Stadt mit viel Blink blink und Neon Lichtern. Gegessen haben wir Streetfood. Martin hat Vietnam Taccos und springrolls bestellt.
Tag 6
Fahrstrecke: Bao Lac- Dong Van
Km: 95 km
Zeit: ganzer Tag
Sights: Nho Que Fluss, Neo Vac, Ha Giang Loop, Ma Pi Leng Pass,
Heute war wohl der spannendste Tag von der Reise. Bei der Auffahrt auf einen der Pässe habe wir 2 Expets aus Dubai getroffen, die erstmal auf Motorräder fuhren und demnach mit einem Guide unterwegs waren.
Leider sind wir denen nicht gefolgt und haben auf eigene Faust unserem Google Navi vertraut. Die Route führte erst auf einen Pass Richtung China. Da sind wir noch rechtzeitig umgekehrt und ungewollt auf einer steilen Passage mit großen Steinen zu einer Baustelle gekommen. Oje Furchen mit Schlamm gefüllt. Motorrad stecken geblieben und mit der Hose am Motorblock fest geklebt. Alleine wieder aufgestellt aber die Hose komplett versengt mit Loch.
Weiter ging’s durch einen Bauernhof, die Leute zeigten weiter, weiter hier, unter der Wäscheleine selbstverständlich mit frischer Wäsche hindurch auf einen 30cm breiten Pfad. Rechts gehts rauf Links hinunter. Sissy ist auch irgendwie 2 mal krass stecken geblieben und den Ständer ramponiert. Nach sofortiger Reparatur beim vietnamesischen „Auspadler“ ging’s Richtung Bambusfloß.
Wir Zwillinge hatten genug Abenteuer und ließen die Motorräder die steige Passage zum Neo QUE Fluss wo wir auf das einzigartige Bambus Floß wollten, von Martin abholen. Zum Glück hat uns auch der Fährmann vor dem Anstieg auf der gegenüberliegenden Seite gewarnt. Es war richtig, steil und man musste mit Vollgas rauf glühen, sonst kommt es zum Sturz und man purzelt eventuell runter bis zum Wasser. So sind wir gemütlich mit dem Stahlboot den wunderschönen türkis grünen SONG NHO QUE Fluss der wieder von steilen Kalksteinfelsen eingerahmt ist, entlang gefahren und konnten bei einer einfacheren Stelle übersetzen.
Jetzt waren wir am HA GIANG LOOP. Viele Mopeds mit Drivern und ihren chinesischen Touristinnen waren am Weg. Ist ja auch bekanntlich die schönste Motorrad strecke Vietnams. Vorbei an kleine Dörfern, Reisterrassen und Minderheiten Kulturen wie den H´Mong´s.
Hinauf ging’s auf den MA PI LENG PASS, der auch„Pass der Schicksalsgötter“genannt wird ,ein spektakulärer Bergpass über 20km mit dramatischen Steilklippen. Die Heaven´s Road haben wir dann auslassen. Vom Abenteuer Adrenalin hatten wir jetzt genug ! Zu steil, zu schmal zu nass und echt nur mit Rollern zu befahren.
Dafür haben wir den Bootstrip am NHO QUE FLUSS durch die gewaltige Schlucht gemacht. Dies war sicher die bessere Wahl und schön war’s. MEO VAC ist auch das Ende des HA GIANG LOOPS. Nach kurzer Pause sind wir noch weiter bis DONG VAN gefahren.
Tag 7
Fahrstrecke: Dong Van - Ha Giang
Km: 142km
Zeit: 2h14
Sights: Sonntagsmarkt von Dong Van
Dong Van war großartig. Endlich wieder ein lebendige Stadt mit vielen jungen Chinesen und Vietnamesen, die am Abend ein rituelles Fest gefeiert haben. Leider war es wiedermal regnerisch und wir mussten uns noch zusätzlich Plastik-Regen-Boots kaufen, die wir dann über die total verdreckten nassen Wanderschuhe zogen.
Alle Touristen brechen in der Früh zeitig auf, egal wie das Wetter ist. Kurze Hosen und lange Regenpellarine, vor allem Gute Laune und die Mädels sitzen völlig furchtlos hinten drauf bei ihren Fahrern. Sie rasen in großen Gruppen den HA GIANG LOOP entlang.
Eine tolle Strecke mit unzähligen Haarnadelkurven meistens gut asphaltierten Passagen dann wieder enger und holprig. Wegen der vielen Vermurungen durch die Unwetter der letzen Wochen waren die Brücken manchmal nicht leicht zu queren. Steine, Sand und rote Erde hat der Berg herunter geschwemmt.
Das Fahren macht immer noch großen Spaß die Landschaft hat sich ein wenig verändert. Die Berge und Pässe werden immer höher und wir fahren durch Nebelschwaden zwischen herrlichen Reisterrassen umher. Immer wieder kleine Dörfer mit indigenen Hmong-Frauen in ihren traditionellen bunten Plissé Röcken.
Angekommen in der riesigen Stadt HA GIANG die weiter nichts zu bieten hat. Wie in allen großen Städten kann man auch hier nicht zu Fuß laufen weil auf den Gehsteigen so viele Mopeds stehen. Am Abend hat leider hat starker Regen eingesetzt und wir hatten nicht einmal ein Lokal gefunden um Essen zu gehen. Die einzige Sehenswürdigkeit ist eventuell der Paradeplatz mit der
HO CHI MING Statue, die es aber in jeder großen Stadt gibt.
Tag 8
Fahrstrecke: Ha Giang- Việt Quang
Km: 78 km
Zeit: 2h
Sights: Happiness Road Bac Sum Pass, Feenberge, Dong Van Geo Park
Der Tag hat mit einer ersten Panne begonnen. Mein Motorrad ließ sich nicht starten. Zündung kaputt! Wagemutig hat Martin sich mit einem 2. Moped zur „Werkstätte“ schieben lassen und nach der 2 stündigen Mittagspause war auch eine neue Zündung eingebaut. Alles um 12 €.
Die regnerische Weiterreise führte uns auf die Happiness road. Am Anfang eine schlammige Baustelle, die zum Glück in eine neu asphaltierte Straße überging. Herrliche Reisterrassen steile, spitze Kalksteinberge haben sich nach 1,5 h Regen und Nebel gezeigt und eine magische Atmosphäre erzeugt.
Auch die wunderbaren Schmetterlinge flatterten wieder als wir zu dem Bambuswald mit einem herrlichen Wasserfall kamen.
Hier haben wir unseren ersten Stör in einem Bottich gesehen, diese kommen offensichtlich in dieser Gegend in den Flüssen vor.
Endlich wieder raus aus dem Regengewand da sich die Sonne zeigte. Beim Hinunterfahren von den hohen Pässen konnten wir endlich wieder schöne Fotos machen. Heute sind wir nicht an unser Ziel gekommen und haben in der Stadt Viet Quang übernachtet.
Tag 9
Fahrstrecke: Viet Quang - Bac Ha
Km: 117 km
Zeit: 3h46
Sights: schmale Flussstraße Lo Fluss, Stelzenhäuser, Bungalow lodge Infinity pool
Zügig sind wir heute weitergefahren und BAC HA am Nachmittag erreicht. Unsere Bleibe war eine Bambuslodge mit schönem Gartenblick, kleinem Pool für Fische.
Wir hatten Blick in den Hühnerstall aber dafür erstmalig einen Badebottich zum Duschen. Üblicherweise gibt es keine richtige Dusche sondern nur eine Toilette mit Waschbecken und einem Duschkopf ohne Vorhang.
Vor dem Abendessen besuchten den riesigen ethnischen Markt und hatten unseren erster Kontakt mit Vietnamesen. Den Stör haben wir leider nicht zum Essen bekommen, dafür aber die Reste vom Nachbartisch. Circa 10 Vietnamesen der Firma Petroloimax die ihre Firmenfeier hatten und ganz schön viel Reisschnaps aus Plastikflaschen tranken. Das war dann auch unsere einzige Nahrung die am Tisch stand. Martin wurde mehrfach aufgefordert mitzutrinken bis er schließlich an ihren Tisch gewandert ist.
Den ganzen Tag und auch bis spät in die Nacht war so eine Art laute Dudelsackmusik zu hören. Es war eine typische Trauerfeier die gewöhnlich 40 Tage dauert und alle Familienmitglied weiße Stirnbänder tragen und Rituale mit Sandelholz zelebrieren um Geister zu vertreiben.
Tag 10
Sightseeingtag: Sa Pa
Heute sind wir endlich bei feuchtem Wetter losgefahren erst zum Fluß Lo und schließlich wieder bergauf in Richtung SA PA.
Als ich bei einer kurzen Pause das Regengewand abstreifen wollte, setzte sich eine Einheimische auf mein Motorrad und bediente alle Knöpfe. Das Anstarten hat wieder nicht funktioniert. Na Bravo, dachten wir uns. Doch zum Glück war es nur der Not AUS Schalten den sie gedrückt hatte.
Die Route folgt dem Lo Fluss, der sich zwischen Bergen auf schmalen Straßen schlängelt. Wir kamen durch abgeschiedene Dörfer mit Stelzenhäusern der H`Mongs, Dao´s und Tay´s. Es ging auf breiten Kurven immer höher hinauf in die Berge wieder vorbei an einem Wasserfall die Wolken hingen hoch am Himmel.
Eigentlich hofften wir, dass wir nicht in die Wolken kommen werden.
Und keine 5 km später waren wir schon in der Nebelsuppe auf dem Hochplateau. Es hat genieselt und man konnte kaum die entgegenkommenden Autos sehen. Der Verkehr hat extrem zugenommen und die Baustellen mit Baggern Vermurungen und Reisebussen waren verheerend.
Endlich in SA PA im dichten Nebel angekommen, bezogen wir unser Stadthotel. Gleich gönnten wir uns die Einladung zum Fußbad und ergänzten dieses mit einer 60min Massage, die wir schon dringend notwendig hatten nach der anstrengende Reise.
Wir hatten uns die Stadt ganz anders vorgestellt, waren aber durchaus beeindruckt von dem Treiben und den vielen Touristen aller Länder. Eine Stadt auf 1500m die einem Schidorf in den Alpen mit vietnamesischer Kolonial-Architektur ähneltet.
Viele Outdoor Bekleidungs shops, wo wir uns auch eingekleidet haben 70.000 Dong etwa 21€ kostet eine Arcterix Gortex Jacke. Ein richtiges Schnäppchen.
Doch auch der Nebel hatte seine Vorteile und wir haben uns die Zeit vertrieben mit Tagebuch schreiben, Happy hour um 5 und endlich gab es wieder egg coffee in den zahlreichen Kaffeehäusern der Stadt.
Tag 11
Sights: Fansipan Pass, Love Waterfalls, Silver Waterfall, Skygate…
Diese beiden Tage haben wir in SA PA und Umgebung verbracht. Das Wetter war ja leider immer noch eine Katastrophe und schließlich haben wir realisiert, dass wir in der CITY IN THE FOG gelandet sind. Die Leute waren dennoch gut gelaunt und ließen sich nicht abbringen auf den höchsten Berg den FANSIPAN mit der Standseilbahn um 50€ zu fahren. Da waren wir allerdings nicht dabei und haben das H´Mong Dorf CAT CAT VILLAGE besucht. Ein echtes Erlebnis.
Unzählige Hochzeitspaare haben sich traditionelle Kostüme gekauft und haben sich auf Pferden, vor dem Wasserfall oder auf den Brücken fotografieren lassen.
Ein wunderbarer, bunter Fotospot.
Am Nachmittag haben wir dann doch eine Motorrad Fahrt zum höchsten Berg Vietnams dem FANSIPAN gewagt aber haben leider gar nichts gesehen.
Dafür waren wir aber bei den LOVE WATERFALLS. Ein malerischer Wasserfall inmitten von Bambuswäldern circa 14 km von SA PA entfernt. Wir wandern durch einen mystischen Wald Nebel verhangen wie in einer Filmlocation von Herr der Ringe.
Tag 12
Fahrstrecke: Sa Pa- Vu Linh
Km: 221km
Zeit: 3h18
Sights: Lao Cai, Nam Thi Fluss, Blick auf den Hekou Zhen, Thai Ba See
Wir verlassen SA PA und fahren von 1500m wieder hinunter ins Tal vorbei an entlang des NAM THI Flusses. Ein kurvenreicher Fluss der sich das Tal öffnet und in Reisfeldern endet. Diese Stecke in der Ebene war soweit gut ausgebaut. Besser als erwartet dafür gab es viel Laster Verkehr und die Straßen waren richtig staubig.
Circa 60 km waren eine Katastrophe. Wir sind durch Dörfer gefahren auf unbefestigtem Gelände viele Schlaglöcher und kaum Möglichkeiten große Trucks zu überholen. Doch endlich an dem TAI BA SEE angekommen war auch das Wetter wieder besser und die Sonne ist herausgekommen. Großartige Landschaft in mitten mehreren riesiger Seen. Weitläufige Ebenen und nur noch vereinzelt Kalksteinhügel im See.
Gebucht haben wir eine Location irgendwo zwischen den vielen Seen ein einzigartiger Platz direkt am Wasser. Unser Schlafquartier war eine offenen strohgedeckte Hütte mit einer Matte und einer Decke am Boden. Wir hatte einen wunderbaren Fisch bestellt mit vielen Zutaten, den wir mit unserem Motorrad Kollegen aus Canada geteilt haben.
Tag 13
Fahrtstrecke: Vu Linh - Ha Noi
Km: circa 250 km
Zeit: ganzer Tag
Wir sind wieder zeitig los gefahren, da wir doch noch eine lange Strecke zu bewältigen hatten. Wir sind mit nur kurzen Kaffee Pausen durchgefahren und waren um 15 Uhr wieder gut in HA NOI an unserer Ausgangsstelle des Motorrad Vermieters angekommen.
Die letzten 100 km sind gerade Strecken und der Verkehr nimmt stetig zu. Es war insgesamt eine wunderbare Reise. Wir haben viel großartige Landschaft gesehen und waren ein gut eingespieltes Team.
Es hat sich bewährt, dass Martin und ich ein unabhängiges Navy hatten und waren sehr glücklich, dass keine weiteres Hoppalas mit den Bikes passiert sind.
Das krönende Ende haben wir schließlich auf unser Fahrt nach NIHN BIN und der Kreuzfahrt in die HA LONG Bucht erlebt.
Vielen Dank für die wunderbare Reise mit euch !


